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Panik in der Hotelbranche wegen Mehrwertsteuererhöhung: „Wir halten das nicht mehr durch“
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Panik in der Hotelbranche wegen Mehrwertsteuererhöhung: „Wir halten das nicht mehr durch“

Von Richard de Bruin··3 Min. Lesezeit
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Die niederländische Hotelbranche steht vor dem Kollaps. So lautet zumindest der Alarmruf nach der angekündigten Anhebung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 9 auf 21 Prozent. Hotelunternehmer bezeichnen den Eingriff als „Todesstoß“ für eine ohnehin schwer angeschlagene Branche. Hotels, Pensionen und B&Bs stellen sich auf einen harten Schlag ein. „Die Margen sind … Weiterlesen

Hotels, Pensionen und B&Bs stellen sich auf einen harten Schlag ein. „Die Margen sind bereits hauchdünn, Personal ist kaum zu finden, die Energiekosten sind explodiert, und jetzt kommt auch noch das dazu“, heißt es unter Hoteliers von Groningen bis Maastricht.

Nach Zahlen von Koninklijke Horeca Nederland haben sich viele kleinere Hotels noch nicht von der Coronakrise erholt, geschweige denn haben sie Spielraum für neuen Preisdruck. Und das, während die Gäste immer preissensibler werden.

Wer heute ein Hotel betreibt, vollführt einen Drahtseilakt. Denn die Unternehmer müssen nicht nur höhere Kosten verkraften, sondern fürchten auch, dass Gäste wegen teurerer Übernachtungen in Scharen wegbleiben. „Ein Wochenendtrip wird künftig zur Luxusausgabe“, sagt ein Hotelier aus Apeldoorn. „Und auf diesen Luxus verzichten die Menschen eher als auf ihr Netflix-Abonnement.“

Insbesondere die inländischen Touristen, die einen großen Teil der jährlichen Hotelnachfrage ausmachen, gelten als gefährdete Gästegruppe. „Gerade Familien werden sich eher für einen Tagesausflug als für eine Übernachtung entscheiden. Das spüren wir unmittelbar bei den Buchungen.“

Der Zeitpunkt der Erhöhung – mitten in einer Phase, in der auch die Tourismuspolitik auf eine breitere Verteilung der Gäste und längere Aufenthalte setzt – stößt daher auf breite Kritik. Die Hotelbranche befürchtet, dass der Inlandstourismus erneut unter Druck gerät, obwohl gerade der Übernachtungstourismus entscheidend für die Ausgaben in den Regionen außerhalb der Randstad ist.

„Die Politik sagt, sie wolle den Tourismus nachhaltiger gestalten, aber gleichzeitig vertreibt man mit solchen Maßnahmen Gäste und Unternehmer“, heißt es aus der Branche.

Bemerkenswert ist, dass andere Länder in Europa durchaus auf Entlastung setzen. Deutschland, Spanien und Österreich haben die Anwendung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes auf Beherbergungsleistungen hingegen verlängert oder diesen Satz wieder eingeführt, um ihre Tourismusbranche anzukurbeln. In den Niederlanden geschieht das Gegenteil.

„Allein in Amsterdam stieg die Zahl der Betten zwischen 2004 und 2014 um fast 70 Prozent“

Hinzu kommt ein strukturelles Problem, das oft zu wenig Beachtung findet: Die Zahl der Hotelbetten in den Niederlanden hat in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen. Allein in Amsterdam stieg die Zahl der Betten zwischen 2004 und 2014 um fast 70 Prozent. Auch landesweit sind Hunderte Hotels hinzugekommen. Neue Projekte, die Expansion von Hotelketten und die Umnutzung von Immobilien zu Beherbergungsbetrieben haben zu einer größeren Übernachtungskapazität als je zuvor geführt.

Und diese Betten müssen nun belegt werden. Wo früher ein relativ stabiles Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bestand, kommt es heute immer häufiger zu Spannungen. Die Auslastung mag in vielen Regionen auf dem Papier noch ordentlich sein, doch tatsächlich müssen in absoluten Zahlen viel mehr Zimmer belegt werden, um dieselbe Rendite zu erzielen.

„Als Hotelier können Sie noch so gute Auslastungszahlen vorweisen, aber wenn sich das auf eine viel größere Kapazität verteilt und die Kosten höher sind, bleibt unter dem Strich nichts übrig“, sagt ein Branchenanalyst.

Betroffen ist nicht nur die Hotelbranche. Auch Zulieferer, Reinigungsunternehmen, Frühstückslieferanten und lokale Attraktionen drohen in die Abwärtsspirale hineingezogen zu werden. Denn wenn Gäste wegbleiben, bricht auch andernorts die Nachfrage weg.

„Eine Übernachtung ist oft der Ausgangspunkt für eine Reihe von Ausgaben in einer Region. Weniger Buchungen bedeuten weniger Umsatz in Hotellerie und Gastronomie, weniger Museumsbesuche und eine geringere Nutzung lokaler Verkehrsmittel. Dieser Dominoeffekt wird unterschätzt“, sagt ein Hoteldirektor aus Friesland.

Die Stimmung in der Branche ist entsprechend gedrückt. Wo früher auf Erholung und Stabilisierung gehofft wurde, herrscht nun vor allem Unsicherheit. Viele Unternehmer fragen sich, ob sie überhaupt noch investieren können, geschweige denn Personal einstellen oder expandieren.

„Der Spielraum ist ausgeschöpft“, heißt es immer häufiger. „Wir haben schon alles getan: gespart, nachhaltiger gewirtschaftet, digitalisiert. Aber wenn der Staat die Preise in die Höhe treibt und der Markt auf immer mehr Betten verteilt werden muss, ist irgendwann Schluss.“

Ob die Politik noch gegensteuert, ist die große Frage. Bis dahin blickt die Hotelbranche mit zitternden Knien dem Sommer entgegen.

Quellen:

  • Telegraaf, 8. Juni 2025
  • Ergänzung der Redaktion von Leisure Magazine auf Grundlage von CBS-Daten, Brancheninterviews und einer Analyse der Marktentwicklung in Tourismus und Hotellerie
HotelsRegionaltourismusUrlaubsunterkünfte/Beherbergung

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